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Der Mensch im virtuellen Schaufenster

Die Digitalisierung bringt Veränderungen und wirft zahlreiche Fragen auf. Welche Inhalte stellen wir ins Web und inwiefern können Rückschlüsse daraus gezogen werden? Können wir unser Smart Home tatsächlich nach dem Motto: „Trautes Heim, Glück allein“ genießen, oder sind wir etwa doch nicht ganz allein? Hören Alexa & Co. gerade beim Familienessen zu? Im Kontext des technologischen Wandels beschäftigt sich die digitale Ethik mit diesen Fragestellungen.

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Klicks & Likes um jeden Preis?

Digitale Entwicklungen ziehen sich mittlerweile durch sämtliche Lebensbereiche. Robotik, intelligente Assistenzsysteme und smarte Technologien bieten Unterstützung im Alltag. Digitale Medien ermöglichen Kommunikation, Vernetzung und Austausch. Demzufolge stehen sie aber auch in einem permanenten Spannungsfeld zwischen Gemeinschaftlichkeit und räumlicher Distanz. Die Grenzen zwischen der realen und der virtuellen Welt verschwimmen. Neben den zahlreichen Vorteilen und Chancen, welche die Nutzung aktueller technologischer Errungenschaften mit sich bringt, gilt es jedoch auch die Risiken nicht außer Acht zu lassen. Das Abwiegen der verhältnismäßig ausgeglichenen Nutzung und Aktivität hinsichtlich digitaler Tools oder sozialer Netzwerke scheint ein Balanceakt zu sein. Getrieben vom Drang uns an Klicks und Likes zu ergötzen, geraten Datenschutz und Privatsphäre schnell aus dem Blick.

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„Trautes Heim, Glück allein“ - oder etwa doch nicht?

Smarte Technologien schlafen nie

Im Hinblick auf Cyberkriminalität, Fake-News, potentielle Gefahren durch suchtfördernde Programmierungen, verwerfliche Medieninhalte oder verletzendes Kommunikationsverhalten im Netz (Cybermobbing, Hate Speech) ist es nicht verwunderlich, dass immer wieder an die Eigenverantwortung sowie die Förderung von Mindfulness bzw. Awareness appelliert wird. Die mit der digitalen Kommunikation einhergehende Datenverarbeitung kann sowohl Fluch als auch Segen sein. Gleichsam ambivalent verhält es sich mit technischen Tools und Applikationen. Algorithmen und smarte Technologien schlafen nie und haben immer ein offenes Ohr für unsere Anliegen. Damit werden zwar Suchergebnisse, praktischer Nutzen und effiziente Anwendung optimiert, gleichzeitig sitzen wir jedoch stets im virtuellen Schaufenster. Verhaltensweisen, Entscheidungen und Aktionen können immer mit Konsequenzen verbunden sein, unsere Handlungen hinterlassen Spuren. Folglich sollten wir - zumindest wie im altbekannten Sprichwort - nicht mit Steinen werfen, wenn wir im Glashaus sitzen. Wir ernten aber auch das, was wir in unserem Glashaus sähen, das bedeutet, dass wir unsere Informationen, welche wir im Web preisgeben, nicht in den luftleeren Raum schicken. Zudem werden auch Anwendungen im Kontext vernetzter Technologien (IoT) und künstlicher Intelligenz (AI) täglich von uns gefüttert und bedienen sich unserer Informationen. Können wir unser „Home, Smart Home“ tatsächlich nach dem Motto: „Trautes Heim, Glück allein“, genießen, oder sind wir etwa doch nicht ganz allein? Wie können wir sichergehen, dass uns nicht gerade jemand durch die eigene Überwachungskamera des Smart Homes beobachtet? Hören Alexa & Co. gerade beim Familienessen zu?

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Digitale Ethik

Vor diesem Hintergrund gewinnt der Schutz unserer Daten, Autonomie und Privatsphäre an immer größerer Bedeutung. Medieninhalte, digitale Angebote sowie die verantwortungsbewusste Handhabung rücken zunehmend ins Feld der Aufmerksamkeit. Neben dem gesellschaftlichen, digitalen Wandel und den veränderten Hemmschwellen im Netz, kommt der Frage zum Umgang mit einer gewissen Beeinträchtigung der Handlungs- sowie Entscheidungsfreiheit hinsichtlich Transparenz und Big Data eine zentrale Rolle zu. Die digitale Ethik widmet sich diesen Fragestellungen und beschäftigt sich dabei mit den Chancen, aber auch mit den Gefahren der Digitalisierung. Zur Bewältigung dieser vielfältigen Herausforderungen wird der Berücksichtigung von Differenzerfahrungen im digitalen Raum gleichsam Bedeutung zugeschrieben, wie der Auseinandersetzung mit Teilhabe, reflexivem Kommunikationsverhalten, wertebasierter Medienkompetenz und moralischen Verhaltensregeln. Das Feld der digitalen Ethik ist breit. Neben der Medien- und Informationsethik werden unter anderem ebenso ethische Aspekte in der Herstellung sowie in der Produktion technologischer Entwicklungen beleuchtet. Zudem wird nicht mehr alles bedenkenlos hingenommen, Kritik wird geäußert und Gegebenheiten werden hinterfragt. Digitalethik gewinnt auch in der Wissenschaft und Forschung immer mehr an Bedeutung. Unternehmen setzen unter anderem auf Ethik-Boards oder Kommissionen, um ethische Standards, Diversität, Unabhängigkeit sowie Transparenz zu erhöhen.

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Veranstaltungen an der FH St. Pölten

Die Fachhochschule St. Pölten hat sich in den vergangenen Jahren im Zuge diverser Fachtagungen und Symposien auch zunehmend mit diesem Kontext auseinandergesetzt. Das Symposium Medienethik des vergangenen Jahres behandelte die Herausforderungen aufkommender Verschwörungstheorien aus gesellschaftlicher, ethischer und individueller Perspektive. Im Rahmen des Symposiums Medienethik 2022  wurden unter dem Titel: „KI und Algorithmen als ethische Herausforderungen für eine mediatisierte Gesellschaft“ ethische, technologische und wirtschaftliche Implikationen beleuchtet.

Fachhochschule St. Pölten/FH St. Pölten

csc@fhstp.ac.at

Campus Platz 1 3100 St. Pölten

Daniela Boso

Teamassistentin FH-Service Forschung und Wissenstransfer

www.fhstp.ac.at

+432742313228298

Fachhochschule St. Pölten GmbH, Campus-Platz 1 3100 St. Pölten

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